Termine für Köln

MAI 2018

02.05.2018 – 09.05.2018
Queer_Feministische Aktionswoche Köln (Q_Fak)
Ort: verschiedene Orte

Vom 2.-9.5. findet die erst queer_feministische Aktionswoche (Q_FAK) an der Uni Köln statt. Wir werden eine Woche lang Queer_Feminismus in die Uni tragen und wollen dabei Menschen mit unterschiedlich starkem feministischem Verständnis abholen und erreichen. Sexismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem ist und manifestiert sich daher auch an der Uni.
Einige Beispiele wären: Profs, die sexistische und rassistische Scheiße labern. Die Texte in den Seminaren sind überwiegend von weißen Cis-Männern verfasst. (Cis bedeutet, dass diese Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, welches ihr bei der Geburt zugewiesen wurde.) 28% der Professor*innen an der Uni Köln sind FLTI. (Frauen, Lesben, Trans, Inter). Sexistische Werbung. Frauen werden angeblich mitgemeint.

Davon haben wir die Nase voll. Deswegen schaffen wir eine Woche lang Raum zum Lernen, Erfahren, Austauschen und kreativ Werden. Das Couchcafé auf dem Albertus Magnus Platz bietet jeden Tag Getränke, Sofas und Kreativangebote. Neben Input durch Vorträge und Workshops wird es auch Aktionen mit Außenwirkung geben, damit während der Woche alle ins Gespräch über Sexismus und Feminismus kommen. Das Abendprogramm wird von künstlerischer Auseinandersetzung mit den Themen bestimmt.

Während der Q_FAK möchten wir uns mit FLTI Personen und kritischen Männern austauschen und Organisierungsangebote, die über die Woche hinausgehen, schaffen, um in Bewegung zu kommen und zu bleiben, denn es gibt noch viel zu tun.

Programm und weitere Infos:
http://alunikoeln.blogsport.de/2018/04/25/quer_feministische-aktionswoche-koeln-q_fak/

 

 

Do. 03.05.2018 | 19:30h
Vortrag: Beate Zschäpe – das Gesicht des NSU?
Ort: NS-DOK / EL-DE Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln.

Vortrag mit der Rechtsanwältin Edith Lunnebach und der Autorin Charlie Kaufhold

Das Verfahren gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger Gerlach und Carsten Sch. begann am 6. Mai 2013 am Münchner Oberlandesgericht. Nach etwa fünf Jahren ist das Ende des sogenannten NSU-Prozesses in Sicht.

Charlie Kaufhold beobachtet seit Beginn den NSU-Prozess aus der Gender-Perspektive. Sie referiert über die mediale Darstellung der Frau. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wird entweder verharmlost und etwa als unpolitische Hausfrau dargestellt – oder sie wird dämonisiert, als personifiziertes Böses, als „Teufel“. Wozu dient diese gegenderte Darstellung?

Edith Lunnebach, seit 1978 auch Strafverteidigerin in OLG-erstinstanzlichen Großverfahren, vertritt von Beginn an Opfer des NSU-Bombenanschlags im Prozess. Sie blickt auf den Prozess zurück.

Beide Referentinnen diskutieren mit dem Publikum, wie die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex nach der Urteilsverkündung aussehen könnte.

Eine Veranstaltung des Kölner Frauengeschichtsvereins in Kooperation mit dem NS-DOK.

 

 

Do. 03.05.2018 | 19:30h
„Make capitalism history“. Vom Proletariat zum Prekariat im digitalen Kapitalismus
Ort: DGB Haus Hans Böckler Platz , Großer Saal

1968 war mehr als eine Student*innenrevolte. Es war auch der Vorlauf des letzten Zyklus (69 bis 73) klassischer gewerkschaftlicher Massen-Kämpfe um mehr Lohn in der BRD. Im Mai 1968 streikten in Frankreich 10 Millionen Arbeiter*innen. Im Gesamt Europa hatte das Folgen, auch in der BRD. Im Aufschwung am Ende der ersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der BRD 1967/68 brachen 1969 die „Septemberstreiks“ über fast 20 Jahre „Wirtschaftswunder“ herein. Ca. 140 000 Kolleg*innen beteiligten sich daran.
Dann ab Frühjahr 1973 flammten viele „spontane“ Streiks auf: bei Hoesch, Mannesmann, Pierburg Neuss (reiner Frauenbetrieb) und später bei Ford in Köln. Den Gewerkschaften machte dabei nicht nur die Verletzung der „Friedenspflicht“ zu schaffen. Oft sind wesentlichen Träger*innen der „wilden“ Streiks Migranten, bei Pierburg Neuss sogar Migrantinnen. Und in den Belegschaften sind seit zwei bis drei Jahren als Arbeiter*innen getarnte studentische K-Gruppenmitglieder aktiv.

https://www.facebook.com/events/137639680405309/

 

 

Fr. 04.05.2018 | 15:00h
Warum Erdgas keine Brücke ist – Ein Tag rund um die Kämpfe gegen Erdgas in Europa
Ort: Allerweltshaus, Körnerstr 77-79, 50823 Köln-Ehrenfeld

Erdgasverbrennung zur Energiegewinnung wird oft als die saubere,
klimafreundliche Brückentechnologie hin zu einer 100-prozentig
erneuerbaren Energieerzeugung dargestellt. Warum dies nicht so ist und
die Nutzung von Erdgas genauso schädlich für das Klima und die Förderung
von Erdgas auch negative Folgen für die Anwohner_innen hat wie die
Nutzung und der Abbau von Kohle und Öl wollen wir mit euch an diesem Tag
herausfinden.

 

 

 

Fr. 04.05.2018 | 19:00h
Geschichte und Aktualität des Ersten Mai
Ort: Autonomen Zentrum Köln, Luxemburger Str. 93, 50939 Köln

Das Anarchistische Forum Köln lädt ein zum nächsten
Offenen Treffen am Fr 04.05. ab 19 Uhr zum Thema:

„Geschichte und Aktualität des Ersten Mai“
mit Vortrag und Präsentationen

 

 

Sa. 05.05.2018 | 15:00h
Karl Marx zum 200sten
Ort: Naturfreundehaus Köln-Kalk, Kapellenstrasse 9a

SoZ-Feier zum 200.Geburtstag von Karl Marx
Von den Bürgerlichen totgesagt, ist Marx seit der Krise 2008 wieder in aller Munde. Für viele der Jüngeren ist er aber kein Kompass mehr bei ihrem Kampf für eine lebenswerte Welt, zu schwer wiegen Niedergang und Krise der traditionellen Arbeiterbewegung.
Für die SoZ ist der 200.Geburtstag von Karl Marx eine Gelegenheit, seine Ideen neu aufzugreifen und im Kampf für den Sozialismus des 21.Jahrhunderts fruchtbar zu machen.
Wir feiern im Naturfreundehaus Köln-Kalk, Kapellenstr.9a
Einlass ab 14 Uhr bis etwa 22 Uhr

Programm

14.30 Uhr: «Karl Marx in Köln» · Bildervortrag von Horst Hilse
Musik
15.30 Uhr: «Die Bourgeoisie überwindet Krisen, indem sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet»
Eingangsreferat: Winfried Wolf
17–19 Uhr: Podiumsdiskussion · «Welchen Zugang haben Jüngere heute zu Marx?»mit Christoph Jünke, John Will, N.N.
Abendessen
20–22 Uhr: ewo: Bernd Köhler (Gitarre) und Laurent LeRoi (Akkordeon) spielen Lieder
von 1848 über 1918 bis 2018.

 

 

 

Di. 08.05.2018 | 19:00h
Theresia Enzensberger: Blaupause
Ort: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln – Altstadt/Süd

Buchvorstellung der Autorin.

Luise Schilling ist jung, wissbegierig und voller Zukunft. Anfang der brodelnden zwanziger Jahre kommt sie an das Weimarer Bauhaus. Sie studiert bei Professoren wie Gropius oder Kandinsky und wirft sich hinein in die Träume und Ideen ihrer Epoche. Zwischen Technik und Kunst, Kommunismus und Avantgarde, Populismus und Jugendbewegung lernt Luise gesellschaftliche Utopien kennen, die uns bis heute prägen. Vergangenes als etwas Lebendiges begreifen – Theresia Enzensberger macht die Bauhaus-Jahre zu einem Moment der Gegenwart.

 

 

10.05.2018 – 13.05.2018
BRITNEY X FESTIVAL
Ort: Schauspiel Köln, Offenbachplatz
Das viertägige Theater-, Musik- und Polit-Festival über Gender, Feminismus, Diversity und Sex mit Lectures, Workshops, Theater, Konzerten, Performances und Partys am Offenbachplatz

The fight goes on und Britney X geht im Mai 2018 in die zweite Runde. Die wirtschaftliche und politische Situation wird zusehends unsicherer, rechte Parteien erhalten weltweit neuen Zulauf, alte Rollenbilder gewinnen an Popularität – damit ist jetzt Schluss! Britney sagt: fuck the patriarchy and start getting wavvy!

Es tobt ein Kampf um Macht und Kontrolle. Ein Kampf um unsere Körper und unsere Identität: Hautfarbe, Gender, Liebe und Sexualität sind keine untergeordneten Themen unserer politischen Krise. Sie sind Grundlage und Ausgangspunkt einer kapitalistischen Welt für Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen, Queers, People of Color, Andersdenkenden, Arbeiter*innen und Außenseiter*innen. Unser Anderssein ist die Voraussetzung einer heteronormativen Gesellschaft, in der rechte Parteien in ganz Europa Einzug in die Parlamente erhalten und mit ihren patriarchalen, feindlichen und toxischen Ansichten offen unsere Demokratie in Frage stellen. Es geht um unsere Identität, unsere Zukunft und unser persönliches Streben nach Glück. Und es geht darum zu sagen: FUCK OFF!

Zum zweiten Mal versammeln sich zum Festival Britney X Künstler*innen, Schriftsteller*innen, Journalist*innen und Kämpfer*innen im Kampf gegen das veraltete System der Cis-Herrschaft, um zu hinterfragen, zu dekonstruieren und zu provozieren!  Marginalisierte Themen erhalten bei uns ihr Forum für mehr pussypower, mehr queerness, mehr diversity und mehr empowerment! Tanzt mit uns vier Tage inside Britney! Egal ob Frau, Mann, Trans* oder Intersex*, ob Butch oder Femme, ob straight, homo-, bi-, pan- oder sapiosexuell. Be wild at heart and a rebel in your pants! Blablablaaa, feminism, girl power – you know what I mean: it’s Britney Bitch!

Programm & Infos:
https://www.schauspiel.koeln/haus/britney/britney-x-festival/

 

 

Fr. 11.05.2018 | 17:30h
Nachttanzdemo „Wir kämpfen – Heute noch tanzend!“
Ort: Köln Hbf Breslauer Platz
WIR KÄMPFEN für unsere Freiräume!
HEUTE NOCH TANZEND!

Das Autonome Zentrum Köln ist ein Freiraum – ein offener Raum, in dem fern von Konsumdruck, Diskriminierung und gesellschaftlich geformten Hierarchien ein Labor der Möglichkeiten entsteht. In einer Vielzahl von selbstverwalteten und unkommerziellen Gruppen wird eine gerechtere Gegenwart und Zukunft gelebt. Realisiert wird dieser offene Ort für Kunst, Kultur, Sport, Soziales und linke Politik durch ein partizipatives Miteinander von vielen unterschiedlichen Menschen.

Wenn es jedoch nach den führenden Politiker*innen der Stadt Köln geht, wird das AZ Ende 2018 zum Abriss freigegeben. Die Pläne der Stadt sehen unverändert vor, das Gebäude durch Rollrasen zu ersetzen. Alternative Standorte stehen bisher nicht zur Verfügung. Ein Abriss würde bedeuten, dass all die Projekte, Veranstaltungen, Initiativen und Hilfeleistungen nicht mehr realisierbar wären. Lassen wir es nicht dazukommen!

Wieder einmal wird gegen Orte vorgegangen die unangepasst sind, die Gewinn nicht in Geld messen, die einen freien Raum der Vernetzung bieten und die das Potential haben, Veränderungen anzustoßen.

Aber nicht mit uns…
Wir sehen uns auf der Straße! Wir sehen uns im AZ!

Wir rufen auf zur Tanzdemo „Wir kämpfen – heute noch tanzend!“ am 11. Mai um 17:30 Uhr am Köln Hbf Breslauer Platz.

Kein Tag ohne Autonomes Zentrum Köln.

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Fr. 11.05.2018 | 20:00h
Film: BRAND III Widerstand im reichen Land
Ort: Filmclub 813, Hahnenstraße 6, 50667 Köln

Im November 2012 beendete ein Aktivist mit einer aufwändigen Tunnelverschanzung im Hambacher Forst die Stille um die seit 1972 betriebene Abholzung dieses ehemals gigantischen Waldgebietes im Städtedreieck, Köln, Düsseldorf und Aachen. Weit über die lokalen Grenzen hinaus wurde dadurch die Rodung der uralten Hambacher Wälder durch den Energiekonzern RWE bekannt. Heute stehen nur noch 10% dieses Waldes. AktivistInnen verschiedener Gruppen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das Rheinische Braunkohlenrevier zu einem Kristallisationspunkt für den Kampf gegen Kohleverstromung zu machen. 5 Jahre später waren im Sommer und Herbst 2017 zusammen über 10000 Menschen an Protestaktionen rund um die Tagebaue beteiligt.

Susanne Fasbender blickt In BRAND III zurück auf erste Klimacamps im Rheinland, besuchte engagierte BürgerInnen gegen Gesundheitsschäden durch Braunkohleverstromung und erzählt die Geschichte der Waldbesetzung im Hambacher Forst. Sie hat in Kooperation mit dem Hambacher Forst Filmkollektiv über mehrere Jahre einige der vielen Ereignisse des Widerstandes begleitet, um diese individuellen Grenzüberschreitungen nicht nur zu dokumentieren, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem dahinter liegende Konzepte erklärt werden und persönliche Gedanken zu Wort kommen. AktivistInnen sprechen von Taktiken und Motivation, von ihren Erfahrungen damit, im Wald zu leben und sich gleichzeitig mit ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft einer antiökologischen Aufstandsbekämpfung mit unsicherem Ausgang auszusetzen.“
http://www.brandfilme.org/
http://www.brandfilme.org/termine-dates-1.html

 

 

Sa. 12.05.2018 | 19.30h
AZ-Cornern
Ort: wird noch bekannt gegeben

Das AZ-Cornern geht am 12.5. in die 2. Runde! Haltet euch den Abend frei, bringt eure Freund_innen, Getränke und was sonst noch für Unterhaltung sorgt mit.

Achtet auf weitere Ankündigungen. Infos gibt es im AZ eures Vertrauens!

Der genaue Ort wird kurzfristig bekannt gegeben.

https://www.facebook.com/events/369254776910108/

 

 

So. 13.05.2018 | 11:00h
Film: Der Papst und die Kirchen, die zum Völkermord schwiegen
Ort: Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

Rolf Hochhuths Theaterstück »Der Stellvertreter«

mit einem Vortrag mit Hannes Heer und Filmausschnitten des Hessischen Rundfunks und des Rundfunks Berlin-Brandenburg

Papst Pius XII. weigerte sich während des Krieges, öffentlich gegen den Holocaust zu protestieren. Er schwieg selbst dann noch, als die römischen Juden 1943 nach Auschwitz deportiert wurden. Rolf Hochhuth macht in seinem Stück einen jungen italienischen Jesuiten, der über die Massenmorde in den Vernichtungslagern informiert wird, zum Gegenspieler des »Stellvertreters Gottes auf Erden«: Als der Papst auch angesichts dieser Fakten seinen Tolerierungskurs fortsetzt, heftet sich der Jesuitenpater den Judenstern an und lässt sich mit den Juden in die Gaskammern deportieren. Das 1963 in Westberlin uraufgeführte Stück stürzte beide Kirchen wegen deren Anpassung ans »Dritte Reich« in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise. Aber das Thema des Wegsehens und Tolerierens betraf auch jeden einzelnen Deutschen – das war der eigentliche Kern des Skandals. Die großen deutschen Bühnen boykottierten das Stück, weil deren Intendanten nicht daran erinnert werden wollten, dass sie in der NS-Zeit auch schon Theaterleiter gewesen waren.

 

 

Do. 17.05.2018 | 19:00h
Das NSU Verfahren: Der Rechtsstaat, blind für seine Fehler?
Ort: Lichtspiele Kalk, Kalk-Mülheimer-Str.  130-132, 51103 Köln

Die ersten Plädoyers sind gehalten und in den nächsten Monaten soll das Urteil im NSU-Prozess gesprochen werden. Unabhängig von den rein juristischen Fragen hat das Verfahren eine politische Ebene. Was diese angeht, wird auch vor dem Richterspruch schon deutlich: Eine echte Aufklärung der in der Bundesrepublik Deutschland beispiellosen rassistisch motivierten Mordserie ist nicht gelungen und war von einigen vielleicht auch gar nicht gewünscht. Die Gründe dafür sind ebenso zahlreich wie die Verantwortlichen.
Mehmet Daimagüler, der als Nebenklageanwalt zwei der Opferfamilien vertritt, skizziert Versäumnisse von Politik und Strafverfolgungs-behörden im NSU-Skandal.
Nach einem kurzen Impuls spricht Mehmet Daimagüler mit, dem Referent der FDP-Landtagsfraktion NRW (u.a. „NSU-Untersuchungsauschuss“) Bünyamin Kalkan und dem Autor Christoph Giesa(„Gefährliche Bürger – Die neue Rechte greift nach der Mitte“) über den Verlauf des Prozesses, über Recht und Demokratie.

https://www.facebook.com/events/410339299433030/

 

 

Do. 17.05.2018 | 19:00h
Gespräch: Jaqueline van Maarsen – Anne Franks beste Freundin erzählt aus ihrem Leben
Ort: NS-DOK / EL-DE Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln.

Jacqueline van Maarsen und Anne Frank lernten sich in der Zeit der deutschen Besatzung kennen. Ein Jahr lang besuchten sie zusammen das Jüdische Gymnasium in Amsterdam. Jacqueline van Maarsen erinnert sich an ihr Kennenlernen: „Sie rief meinen Namen und fragte, ob ich den gleichen Weg habe wie sie.“ Ich fragte nach ihrem Namen. „Ich heiße Anne“, sagte sie, „Anne Frank.“ Sie wurden beste Freundinnen und waren unzertrennlich. Im Sommer 1942 wurden sie abrupt getrennt, Anne Frank und ihre Familie mussten untertauchen. Erst nach dem Krieg erfuhr Jacqueline von der Deportation der Familie Frank und dem Tod Annes im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Jacqueline van Maarsen hatte Glück. Die Mutter, eine Christin, schaffte es, die Tochter mit einer Notlüge vor der Deportation zu schützen. Sie beantragte, die Kennzeichnung ihrer Tochter im Pass als sogenannter „jüdischer Mischling“ zu löschen, weil ihre Tochter angeblich christlich erzogen worden sei.

Jacqueline van Maarsen, 89 Jahre alt, engagiert sich mit Vorträgen und Lesungen gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus.

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Deine Anne“

Ein Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“

 

 

Do. 17.05.2018 | 19:30h
Von der Welt vergessen? Von der unglaublichen Kraft der Menschenrechtsverteidiger_innen in Honduras
Ort: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7 – 11, 1. Etage

Trotz der UN-Resolution 53/144 zum Schutz der Menschenrechtsverteidiger_innen, sind die Bedingungen immer noch prekär. So auch in Honduras. Mit wieviel Mut, Kraft und Solidarität honduranische Menschenrechtsverteidiger_innen gegen Gewalt und Diffamierung arbeiten, konnte Joana Kathe dort im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Tätigkeit als Schutzbegleiterin für Menschenrechtsverteidiger_innen bei pbi (peace brigades international) erleben. An diesem Abend wird sie von ihren Erfahrungen berichten.

Eine Veranstaltung des Friedensbildungswerks in Zusammenarbeit mit den peace brigades international (pbi).

 

 

Do. 17.05.2018 | 21:00h
DIANA MCCARTY: ARCHIVE OF AMBIENCE: SOUND IN COMMUNITY
Ort: King Georg, Sudermannstr. 2, 50670 Köln.

In den letzten Jahren hat das Radio als Medium sowohl in der Kunstwelt als auch in aktivistischen Gruppen wieder an Bedeutung gewonnen. Mit ihrem diesjährigen Projekt Wild Things – sounds and narratives möchte die Junge Akademie an die Utopien der Radioaktivist*innen der 1960er Jahre erinnern, die im letzten Jahrzehnt zunehmend Nachfolger*innen gefunden haben. Die Teilnehmer*innen des Workshops untersuchen auditive Strategien der Selbstermächtigung und fragen nach kollektiven, utopischen Räumen, widmen sich widerständigen Soundpraktiken und deren Potenzial für alternative und ungehörte Erzählungen. Die Literaturwissenschaftlerin bell hooks beschreibt Sprache als Ort des Kampfes, in diesem Sinne dreht sich das Projekt um die Fragen: Wer hat das Recht auf Sprache und Sprechen? Und vor allem: Wem wird zugehört?
Teil des Workshops ist der öffentliche Vortrag der Radioaktivistin DIANA MCCARTY, Mitbegründerin des freien Radiosenders reboot.fm. Ihr Vortrag wird sich um ihre Praxis als feministische Radiomacherin und Cyberpunk drehen. Der Abend soll einen Einblick in die Geschichte des Radioaktivismus geben und dessen Aktualität beleuchten.

 

 

Fr. 18.05.2018 | 20:00h
OUR PIECE OF PUNK + KONZERT
Ort: Wagenplatz „Wem gehört die Welt“, Krefelder str. 0/107, 50670 Köln

 

ab 20:00h Buchvorstellung
OUR PIECE OF PUNK
Fünfundzwanzig Jahre nach dem Manifest der wütenden Riot Grrrls ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme der Gegenwart: Wie ging es nach 1991 weiter? Sind die Forderungen der Riot Grrrls eingelöst worden? Tot ist Punk nicht – sagen wenigstens die einen – und auch heute fehlt es nicht an kritischen Stimmen in Bezug auf Rassismus, Sexismus, Homo- und Trans*phobie in der Punkszene. Und die kommen in »Our Piece of Punk« zu Wort, denn es ist an der Zeit, die Diskussionen weiterzuführen.
https://www.ventil-verlag.de/titel/1809/our-piece-of-punk

ab 21:00h Konzert
CREVASSE
Transborder powerviolence hardcore quartet
https://crevassepunx.bandcamp.com/

HYENA HYSTERIA
Düster-vertrackter Punk aus Hamburg
https://hyenahysteria.bandcamp.com/

ZEN MOB
Sci-Fi Post Pop Punk aus Aachen
https://zenmob.bandcamp.com/

https://www.facebook.com/events/281702435702797/

 

 

Di. 22.05.2018 | 20:00h
Theater: We must battle when enemy is in sight
Ort: Studiobühne Köln, Universitätsstr. 16a, 50937 Köln
Ein großer, unbekannter Soldat hat sich in meine Träume geschlichen. Manchmal redet er mit mir. Und manchmal stehen wir einfach nur nebeneinander. Ich, im Schatten von seinem Körper.

In einer Landschaft, die keine ist, in einem Krieg, der woanders stattfindet, schlagen sechs Soldaten ihr Lager auf und halten die Stellung, während ihre Welt explodiert. Sie haben den Krieg nie erlebt und sind nun doch Teil davon. Zwischen Drill und Routine, Feldpost und Drohnen, Traum und Paranioa beginnt die Auflösung von allem.
Thermoboy FK fragen nach der Spielbarkeit von Krieg – auf dem Schulhof, vor dem Bildschirm und auf der Bühne. Warum macht Krieg spielen Spaß? Was würde ich tun, wenn der Krieg auf einmal da ist? Wer könnte oder müsste ich sein, wenn gesellschaftliche Normen und Konventionen verschwinden? So begeben sich die ehemaligen Zivildienstleistenden auf die Suche nach ihrer toxic masculinity und erschaffen daraus einen choreofragmentierten Bilderreigen zwischen Profanität und Poesie.

eine Produktion von Thermoboy FK
(Berlin / Braunschweig / Bremen)

https://www.facebook.com/events/190452274910505/

 

 

Mi. 22.05.2018 + Do. 23.05.2018 | jeweils 19:00h
Symposium: RETHINKING LOCALITY
Ort: King Georg, Sudermanstraße 2, 50670 Köln // Altes Pfandhaus, Kartäuserwall 20, 50678 Köln

Mit BORIS GROYS, MIKOŁAJ IWAŃSKI, ALEXANDER KOCH, SARAH VAN LAMSWEERDE, MARIA LIND, CECYLIA MALIK, SUHAIL MALIK, OLIVIER MARBEOUF, ESTHER MUGAMBI, BRITTA PETERS, NATAŠA PETREŠIN-BACHELEZ, ANETA ROSTKOWSKA

23 05 (King Georg)

Teil I – Rethinking Locality. Artistic and Curatorial Methodologies

19:00–19:45 Vortrag von BORIS GROYS
20:00–20:45 Paradise on Earth, Filmvorführung
21:00–22:30 Diskussion mit Alexander Koch, Cecylia Malik, Oliver Marboeuf und Nataša Petrešin-Bachelez, moderiert von Aneta Rostkowska

24 05 (Altes Pfandhaus)

Teil II – Rethinking Locality. Art and Economy

19:00–19:45 Vortrag von Maria Lind
20:00–20:45 Tell/Sell, a Common Story, eine Performance und Installation von Sarah van Lamsweerde, entstanden und aufgeführt in Zusammenarbeit mit Esther Mugambi
21:00–22:30 Diskussion mit Mikołaj Iwański, Suhail Malik und Britta Peters, moderiert von Alexander Koch

Zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praktiken oszillieren zwischen zwei scheinbar widersprüchlichen Ansätzen: Auf der einen Seite steht die Tradition des Modernismus mit ihrem Anspruch, eine gemeinsame Sprache von Formen und Anliegen zu schaffen, die spezifische kulturelle oder nationale Schranken überschreitet. Dieses universalistische Vorhaben zielt auf eine allumfassende, womöglich utopische Solidarität aller Kulturen. Auf der anderen Seite können wir in den letzten Jahren eine Hinwendung zum Spezifischen oder Lokalen beobachten: Künstler*innen und Institutionen solidarisieren sich mit Minderheiten und bieten marginalisierten Gruppen ganz bewusst eine Bühne. Einige von ihnen arbeiten mit lokalen Gemeinschaften und nutzen die Kunst – in der sogenannten Community Art oder in partizipatorischen und aktivistischen Kunstpraktiken –, um eine bestimmte Agenda zu unterstützen.

Diese beiden Ideologien erzeugen eine gewisse Spannung, innerhalb derer Künstler*innen und Institutionen heutzutage arbeiten. In diesem Spannungsfeld werden Kunstinstitutionen zu Räumen, die weit über die zeitgenössische Kunst hinaus in die Sphären des Akademischen, des Sozialen, des Wissenschaftlichen und des Politischen reichen. Der für den Modernismus so entscheidende Fetisch der „Unbestimmtheit“ oder Offenheit der Bedeutung wird durch den Wunsch ersetzt, die Kunst relevanter, konkreter und effektiver – „realer“ – zu machen.

Das Ziel des Symposiums ist es, darüber nachzudenken, wie sich das Globale und das Lokale kulturell und ökonomisch durchdringen und was eine wirklich „translokale“ Kunstinstitution ausmacht. Während des ersten Abends werden wir uns auf künstlerische und kuratorische Methoden konzentrieren, während des zweiten – in einem historischen Pfandhaus – werden wir die wirtschaftlichen Grundlagen der genannten Prozesse analysieren.

https://www.academycologne.org/de/article/1379_rethinking_locality

 

 

Do. 24.05.2018 | 19:00h
Ausstellungseröffnung: Wohnungslose im Nationalsozialismus
Ort: NS-DOK / EL-DE Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Kleine Ausstellung im Gewölbe

25. Mai bis 8. Juli 2018
Eine Ausstellung der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.

Die Ausstellung widmet sich dem Schicksal von Bettlern, Obdachlosen und Nichtsesshaften zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie behandelt die Gründe der Wohnungslosigkeit, zumal vor dem Hintergrund der seit Ende der 1920er-Jahre herrschenden Weltwirtschaftskrise. Und sie schildert zentrale Stationen der Verfolgung: die „Bettlerrazzia“ von 1933, die Einweisung in Arbeitshäuser, die Massenverhaftungen in der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ 1938 sowie die anschließenden Deportationen von sogenannten „Asozialen“ in Konzentrationslager. Indem die Ausstellung die zeitgenössischen Vorstelllungen von „Rassenhygiene“, die Diskriminierung „asozialer Großfamilien“ und die Zwangssterilisation von obdachlosen Frauen und Männern thematisiert, zeichnet sie eindringlich das rassistische Menschenbild der Nationalsozialisten nach.

Während der NS-Zeit wurden schätzungsweise 10.000 Bettler, Obdachlose und Nichtsesshafte in Konzentrationslager eingeliefert. Häftlinge aus der Kategorie der sogenannten „Asozialen“ blieben in Ost- und Westdeutschland lange Zeit von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen. Erst in den letzten Jahren wurde verschiedentlich Unterstützung über Härtefallregelungen gewährt. Für die Betroffenen dürfte dies in der Regel zu spät gewesen sein.

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