29.09 – 3.10.2022
Gedenkstättenfahrt Ravensbrück / Uckermark

In Ravensbrück, nahe dem ehemals mecklenburgischen Luftkurort Fürstenberg, ließ die SS ab 1939 das größte Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Gebiet errichten. Im Frühjahr 1939 wurden die ersten weiblichen Häftlinge aus dem Konzentrationslager Lichtenburg nach Ravensbrück verlegt. Im April 1941 wurde ein Männerlager angegliedert, das ebenfalls dem Kommandanten des Frauenlagers unterstand. Im Juni 1942 kam in unmittelbarer Nachbarschaft das so genannte „Jugendschutzlager Uckermark“ für junge Frauen und Mädchen hinzu.

Das Frauenkonzentrationslager wurde bis 1945 ständig erweitert. Als Häftlingsunterkünfte ließ die SS mehr und mehr Baracken aufstellen, im Herbst 1944 zudem ein Zelt. Innerhalb der Lagermauer entstand ein „Industriehof“ mit Produktionsstätten für traditionelle Frauenarbeiten wie Schneidern, Weben und Flechten. Neben dem KZ-Gelände errichtete die Firma Siemens & Halske 20 Werkhallen, in denen Häftlinge ab Spätsommer 1942 zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. Mit Fortgang des Krieges entstanden über das ganze Reich verteilt über 40 Außenlager, in denen Ravensbrücker Häftlinge Zwangsarbeit leisteten.

In den Jahren 1939 bis 1945 sind etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Die nach Ravensbrück Deportierten stammten aus über 30 Nationen, unter ihnen Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Im Rahmen der Aktion „14 f 13″ wurden etwa 1.900 Häftlinge ermordet, die als behindert bzw. als arbeitsunfähig galten. Mit ihnen wurden auch jüdische Häftlinge in der Gaskammer der „Heil- und Pflegeanstalt Bernburg“ ermordet. Ab 1941 diente Ravensbrück als Hinrichtungsstätte: Zahllose Frauen – die genauen Zahlen sind unbekannt – wurden mit Schusswaffen exekutiert. Anfang 1945 richtete die SS im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in einer Baracke neben dem Krematorium eine provisorische Gaskammer ein. Hier ließ die SS im Zeitraum von Ende Januar bis April 1945 ca. 5.000 bis 6.000 Häftlinge vergasen. Unter ihnen befanden sich etwa 100 Häftlinge aus dem Männerlager.

Kurz vor Ende des Krieges evakuierten das Internationale, das Schwedische und das Dänische Rote Kreuz ca. 7.500 Häftlinge nach Schweden, in die Schweiz und nach Frankreich. Aufgrund eines Räumungsbefehls Himmlers ließ Lagerkommandant Fritz Suhren die noch im Lager verbliebenen über 20.000 Häftlinge in mehreren Marschkolonnen zu Fuß in Richtung Nordwesten treiben. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Ravensbrück mit den ca. 2.000 dort zurückgelassenen Kranken.

Mit der Befreiung war das Leid für einen Großteil der Frauen, Männer und Kinder nicht vorbei. Viele von ihnen starben noch in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren, und auch Überlebende litten noch Jahrzehnte nach ihrer Befreiung an den Folgen ihrer KZ-Haft.

Link zur Mahn- und Gedenkstätte:

https://www.ravensbrueck-sbg.de


 

Do., 20.10.2022 – 19:30 Uhr

Lejla Kalamujic: Denk Dir die Stadt

Lesung
[ku:] Raum für queerfeministische Entfaltung
(Bayenstr. 11, 50678 Köln)

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Nach ihrem vielgelobten Debüt „Nennt mich Esteban“ weitet die junge bosnische Autorin die Palette ihrer Figuren und Schauplätze nun aus: Unter Tage mit der Bergarbeiterin Salmina, die Tierarztparxis Muharem, als Mozart verkleidete Migrant*innen verticken in Wien Konzertkarten und ein Wasserrohrbruch gibt Anlass in die Lebensgeschichte von Oma Hanifa einzutauchen.

Die Geschichten sind Frauen, Migrant*innen, Arbeiter*innen, Queers, älteren, psychisch kranken und einsamen Menschen gewidmet. Ihre Perspektiven und Verletzlichkeiten machen die Unmenschlichkeit, in der wir leben, schmerzhaft bewusst.

Lejla Kalamujic

ist eine 1980 in Jugoslawien geborene bosnische Schriftstellerin, die in Deutschland mit ihrem Debütroman „Nennt mich Esteban“ bekannt wurde. Die Autorin schreibt Prosa, Drama und Essays. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der bosnischen queeren Community.

Mehr Infos:

https://www.eta-verlag.de/produkt/denk-dir-die-stadt/

Ort:

[ku:] Raum für Raum für queerfeministische Entfaltung, Bayenstraße 11, Köln-Südstadt

 


 

Sa., 03.12.2022 – 11 – 17 Uhr

Workshop: Der Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft: Wege zur eigenen Recherche

EL-DE Haus / NS-Dok, Appellhofplatz 23-25, Köln

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Welche Rolle spielte meine Fami­lie während des Natio­nal­so­zia­lis­mus? Antwor­ten auf diese Frage kann eine Recher­che im Archiv brin­gen. Aber wie fängt man an? Und wie kann man die gewon­ne­nen Erkennt­nisse rich­tig einord­nen? In einem eintä­gi­gen Semi­nar erklärt der Histo­ri­ker Dr. Johan­nes Spohr die Möglich­kei­ten, Antwor­ten auf die eige­nen Fragen zu finden.

Der Natio­nal­so­zia­lis­mus wirkt auf viel­fäl­tige Weisen bis in die heutige Gesell­schaft hinein. Viele fragen sich heut­zu­tage, welche Rollen ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Bekann­ten, Kolle­gIn­nen oder Vereins­mit­glie­der während dieser Zeit inne­hat­ten. Wer sich auf den Weg der Recher­che begibt, ist nicht immer im Besitz umfang­rei­cher Doku­mente. Manch­mal liefern Erzäh­lun­gen aus der Fami­lie erste Anhalts­punkte. Einige begin­nen die Suche ohne jegli­ches Vorwis­sen. Auch das ist möglich, denn Archive und Insti­tu­tio­nen bieten heute zahl­rei­che Möglich­kei­ten, den eige­nen Fragen nach­zu­ge­hen. Doch wie gelange ich an welche Infor­ma­tio­nen? Und wie sind die Ergeb­nisse zu verste­hen? Diesen Fragen können die Teil­neh­me­rIn­nen sich im Work­shop mit profes­sio­nel­ler Anlei­tung und Unter­stüt­zung widmen. Der Histo­ri­ker Johan­nes Spohr leitet durch den Tag, liefert Grund­la­gen, Anre­gun­gen und Tipps und geht auf indi­vi­du­elle Fragen zur Recher­che ein.

Weitere Informationen zum Recherchedienst present past lassen sich auf der website present-past.net finden.

Sa. 03.12.2022, 11 – 17 Uhr
Ort: NS-Dok / EL-DE Haus, Appellhofplatz 23-25, Köln

Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung erforderlich.

Mail an: info@jc-courage.de

 


 

29.09 – 3.10.2022
Gedenkstättenfahrt Ravensbrück / Uckermark

In dem preußischen Dorf Ravensbrück, nahe dem ehemals mecklenburgischen Luftkurort Fürstenberg, ließ die SS ab 1939 das größte Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Gebiet errichten. Im April 1941 wurde ein Männerlager angegliedert, das ebenfalls dem Kommandanten des Frauenlagers unterstand. Im Juni 1942 kam in unmittelbarer Nachbarschaft das so genannte „Jugendschutzlager Uckermark“ für junge Frauen und Mädchen hinzu. Das Frauenkonzentrationslager wurde bis 1945 ständig erweitert. Als Häftlingsunterkünfte ließ die SS mehr und mehr Baracken aufstellen, im Herbst 1944 zudem ein Zelt. Innerhalb der Lagermauer entstand ein „Industriehof“ mit Produktionsstätten für traditionelle Frauenarbeiten wie Schneidern, Weben und Flechten. Neben dem KZ-Gelände errichtete die Firma Siemens & Halske 20 Werkhallen, in denen Häftlinge ab Spätsommer 1942 Zwangsarbeit verrichten mussten. Mit Fortgang des Krieges entstanden über das ganze Reich verteilt über 40 Außenlager, in denen Ravensbrücker Häftlinge Zwangsarbeit leisteten. In den Jahren 1939 bis 1945 sind etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Die nach Ravensbrück Deportierten stammten aus über 30 Nationen, unter ihnen Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Im Rahmen der Aktion „14 f 13“ wurden etwa 1.900 Häftlinge ermordet, die als behindert bzw. als arbeitsunfähig galten.

Ab 1941 diente Ravensbrück als Hinrichtungsstätte:
Zahllose Frauen – die genauen Zahlen sind unbekannt – wurden mit Schusswaffen exekutiert. Anfang 1945 richtete die SS im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in einer Baracke neben dem Krematorium eine provisorische Gaskammer ein. Hier ließ die SS im Zeitraum von Ende Januar bis April 1945 ca. 5.000 bis 6.000 Häftlinge vergasen. Aufgrund eines Räumungsbefehls Himmlers ließ Lagerkommandant Fritz Suhren die noch im Lager verbliebenen über 20.000 Häftlinge in mehreren Marschkolonnen zu Fuß in Richtung Nordwesten treiben. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Ravensbrück mit den ca. 2.000 dort zurückgelassenen Kranken.

Mehr Infos zur Fahrt demnächst.

 


 

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antirassistische und interkulturelle Bildung

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Der Jugendclub Courage ist ein gemeinnütziger Verein und als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. Wir arbeiten mit anderen Initiativen und Jugendverbänden zusammen, so zum Beispiel im Kölner Jugendring.

Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Jugendclub Courage ist die Beschäftigung mit den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalsozialismus.
Hierzu bieten wir unterschiedliche Materialien an – Broschüren, Bücher, eine Ausstellung & Filme – und führen Abendveranstaltungen und Gedenkstättenfahrten durch.

Seit 2011 organisieren wir ein deutsch-griechisches Austauschprogramm mit der Kölner Partnerstadt Thessaloniki, das sich mit den Themen Zweiter Weltkrieg, der extremen Rechten und Rassismus sowie der Finanzkrise und ihrer Folgen beschäftigt.
Darüber hinaus ist der Jugendclub seit dem Jahr 2002 Teil eines deutsch-israelischen Austauschprojektes in Zusammenarbeit mit der israelischen Gedenk- und Bildungsstätte „Lohame Hagetaot“ (Kibbutz der Ghettokämpfer.)

Die Themen Globalisierung/Finanzkrise, Internationalismus und Geschlechterverhältnisse werden ebenfalls immer wieder in Veranstaltungen bearbeitet.

Außerdem beraten und unterstützen wir Jugendliche, Pädagog_innen, Lehrer_innen und andere Interessierte bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen zu diesen Themenbereichen, etwa durch die Vermittlung von Referent_innen oder unseren eigenen Materialien.

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